Fible

72 Stunden in Nürnberg mit Denise von Freivon

23. März 2021

Letztes Jahr eröffnete Denise Fischer zusammen mit zwei Freunden den Unverpacktladen Freivon im Herzen der Nürnberger Altstadt. Sie nimmt euch mit auf ein verlängertes Wochenende in der fränkischen Stadt.

Denise und Tobi sind zwei der Gründer*innen des Unverpacktladen Freivon (Foto: Nici Schwab Fotografie)

Nachhaltig, regional und plastikfrei

Der Verbrauch von Verpackungen in Deutschland nimmt jedes Jahr weiter zu. Laut Umweltbundesamt haben die Deutschen im Jahr 2018 ganze 18,9 Millionen Tonnen Verpackungsmüll produziert – das sind umgerechnet 227,5 Kilogramm Verpackungsabfall pro Person. Um etwas gegen diesen hohen Verpackungsverbrauch zu tun, hat Denise zusammen mit ihren Freunden Tobi und Klaus den Unverpacktladen Freivon im Herzen der Nürnberger Altstadt eröffnet. Zum Einkaufen nimmt man einfach sein eigenes Behältnis mit und spart so den unnötigen Verpackungsmüll. Das Konzept kommt gut an bei den Nürnberger*innen. Freivon ist bereits der zweite Laden dieser Art in der Stadt.

Denise lebt seit sechs Jahren in Nürnberg und hat die Stadt in der Zeit ins Herz geschlossen. „Nürnberg liegt für viele unterm Radar und erweckt erst beim zweiten Blick die Aufmerksamkeit, die es verdient“, schwärmt die 26-Jährige. Es gibt eine lebendige Kulturszene, viele Grünflächen und trotz Großstadtflair ist es doch irgendwie überschaubar. Sie nimmt euch mit auf ein verlängertes Wochenende nach Nürnberg.

Was kann man in 72 Stunden in Nürnberg erleben?

In dem Laden gibt es fast alles, was es auch in einem Supermarkt gibt - nur ohne Verpackungsmüll. (Foto: Nici Schwab Fotografie)

Freitag

Als Unterkunft für den Aufenthalt kann euch Denise die Jugendherberge in der Kaiserburg empfehlen. Diejenigen, die etwas mehr Komfort möchten, können sich aber auch im Five Reasons Hostel & Hotel einquartieren. Beide Unterkünfte liegen im Stadtzentrum.

Das Wochenende in Nürnberg würde Denise mit einem langen Stadtspaziergang einläuten. Hier solltet ihr auf jeden Fall den Handwerkerhof, das Pellerhaus und das Fembohaus besichtigen. Alle drei Orte sind wichtige Baudenkmäler in der historischen Altstadt. Beim Handwerkerhof findet ihr typische Nürnberger Spezialitäten und schönes Kunsthandwerk.

Anschließend geht der Spaziergang weiter auf die Nürnberger Burg, die auf einem Hügel mitten in der Stadt liegt. Hier lohnt es sich, ein bisschen zu verweilen und die wunderbare Aussicht über Nürnbergs Dächer zu genießen. Die Burg besichtigt, empfiehlt euch Denise, in die Weißgerbergasse zu schlendern und dort ein schmackhaftes Eis in der kleinen Eismanufaktur oder einen Kaffee in der Rösterei Bergbrand zu probieren. Die Gasse ist, laut Denise, die schönste Straße Nürnbergs.

Die Nürnberger Burg ist das Wahrzeichen der Stadt. (Foto: Gerhard G. / Pixabay)

Wenn ihr dann langsam Hunger bekommen solltet, legt euch Denise ans Herz ein schmackhaftes Curry oder eine Bowl zur Stärkung beim Kaspar Schmauser zu holen. In dem rein vegetarischen Restaurant könnt ihr euch die Gerichte ganz nach eurem Geschmack selbst zusammenstellen.

Den ersten Abend in Nürnberg könnt ihr dann gemütlich im Wanderer ausklingen lassen. Die Bar liegt am Tiergärtnertor und zieht Einheimische aller Generationen an. Vor allem an lauen Sommerabenden ist der ganze Platz voller Menschen, die in einer geselligen Runde ihr Feierabendbier genießen. Wer danach noch Lust auf Tanzen bekommt, kann dem Stadtteilzentrum Desi einen Besuch abstatten. Hier gibt es regelmäßig Konzerte und außerdem einen schönen Biergarten.

Die Weißgerbergasse befindet sich mitten in der Nürnberger Altstadt. (Foto: Gerhard G. / Pixabay)

Diese Tour in fible entdecken

Samstag

Den zweiten Tag des Nürnberg-Wochenendes würde Denise mit einem Frühstück im Salon Regina starten. Das Café mit Charme befindet sich im Szeneviertel Gostenhof, das unter Einheimischen nur Goho genannt wird. Gestärkt vom ausgiebigen Frühstück, geht es los auf eine kleine Shoppingtour. Denise empfiehlt euch verschiedene Läden, bei denen ihr nachhaltig und abseits des Mainstream einkaufen könnt: Im Glore Store und im bubeundkönig bekommt ihr stylische Klamotten, bei SEIN & HABEN gibt es coole skandinavische Einrichtungsgegenstände, im Pfiffikus werden Fans von besondere Spielwaren fündig und wer auf Second-Hand-Shopping steht, sollte dem La Cola einen Besuch abstatten.

Nach dem Einkaufen geht es ab zum Pegnitzgrund. An den Grünflächen rund um den Fluss Pegnitz treffen sich im Sommer die Nürnberger*innen zum Grillen, Sport machen oder einfach nur zum Sonne tanken. Hier könnt ihr ein bisschen chillen und die Füße in das kühle Nass baumeln lassen. Zum Abendessen gibt es die – laut Denise - beste Pizza Nürnbergs. Die Pizzeria Lammbock liegt nicht weit vom Pegnitzgrund entfernt. Neben den köstlichen neapolitanischen Spezialitäten wartet hier ein schöner, mit bunten Lichterketten beleuchteter Innenhof auf euch. Nach dem Essen geht es dann weiter in die rote Bar, in der es abgefahrene Cocktails gibt. Wer dann noch das Nürnberger Nachtleben erkunden will, hat verschiedene Möglichkeiten. Guten Techno findet ihr im Haus 33. Der Club befindet sich mitten im Rotlichtviertel. Wer mehr Lust auf Indie hat, wird im Club Stereo auf seine Kosten kommen.

Nürnberg hat rund 520.000 Einwohner*innen. (Foto: Markus Spiske / Unsplash)

Sonntag

Der letzten Tag des Wochenendes in Nürnberg beginnt mit einem Frühstück im Kaffe Hörna. Das Café ist im skandinavischen Stil gehalten. Hier gibt es dementsprechend auch skandinavische Spezialitäten auf der Speisekarte, wie beispielsweise die schwedischen Zimtschnecken Kanebullar, die euch Denise besonders ans Herz legen kann.

Nach dem Frühstück steht eine kleine Radtour zum Wöhrder See an. Ihr könnt euch einfach ein VAG-Fahrrad ausleihen, diese stehen in der ganzen Stadt verteilt herum. In der Norisbucht, eine extra angelegte Badestelle, könnt ihr sogar eine Runde in dem See schwimmen gehen – und das mitten in der Stadt!

Der Wöhrder See ist perfekt für alle, die in bisschen Natur am Wochenende in Nürnberg brauchen. (Foto: Gerhard G. / Pixabay)

Den Sonntagnachmittag würde Denise in einem der Nürnberger Museen verbringen. Hier hat sie verschiedene Empfehlungen für euch: Im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände und im Memorium Nürnberger Prozesse, erfahrt ihr viel über die Vergangenheit Nürnbergs währen der NS-Zeit. Alternativ empfiehlt sie euch das Germanische Nationalmuseum. Hier werden rund 1,3 Millionen Objekte von der Frühzeit bis zur Gegenwart beherbergt.

Für den letzten Abend hat Denise noch einen besonderen kulinarischen Geheimtipp für euch: Das Restaurant Crazy Nates, in dem es leckeres mexikanisches Essen und dazu wunderbare Margaritas gibt. Wer nach dem Essen das Wochenende noch entspannt im Kinosessel abschließen will, kann anschließend das Szenekino Casablanca besuchen, in dem tolle Independent-Filme laufen.

Im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände ist die NS-Zeit informativ aufbereitet. (Foto: Jürgen Schmidtlein / Pixabay)

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