Fible

72 Stunden in Flensburg mit Cafébesitzerin Isa

1. April 2021

Isa hat sich den Traum eines eigenen Cafés verwirklicht. Die 30-Jährige nimmt euch mit auf ein verlängertes Wochenende in Flensburg.

Isabell Jetchev eröffnete im September 2018 das Café Isa. (Foto: Clemens Schmidt)

Alles Selfmade

Isa hat es nach ihrem Studium in Kiel wieder zurück in ihre Heimatstadt Flensburg getrieben. Dort hat sie im September 2018 ihr eigenes Café eröffnet: Das Café Isa. In dem Laden macht die 30-Jährige alles selbst – von der Waffel bis zum Eis. Sowohl Eismaschine als auch die Rezepte konnte Isa einfach von ihrer Mutter übernehmen, die selbst jahrelang eine Eisdiele in Berlin betrieb. Das Café Isa hat sich in Flensburg mittlerweile zu einem Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt. Neben dem Café betreibt Isa noch einen Surfblog und geht selbst leidenschaftlich surfen. Sie nimmt euch mit auf ein verlängertes Wochenende in Flensburg.

Was kann man in 72 Stunden in Flensburg erleben?

Im Café Isa gibt es neben gutem Kaffee auch regelmäßig Kunstausstellungen. (Foto: Anny Opitz)

Freitag

Als Unterkunft kann euch Isa das Hotel Hafen Flensburg oder das Seemannsheim empfehlen. Beide Hotels liegen zentral am Hafen. Das Wochenende in Flensburg beginnt mit dem (nach Isas Meinung) weltbesten Fischbrötchen, das ihr bei Ben‘s Fischhütte bekommt, einer kleinen Bude direkt am historischen Museumshafen. Die Brötchen sind so beliebt, dass sich hier oft eine lange Warteschlange bildet. Um euch die Zeit zu vertreiben, könnt ihr die vielen historischen und einzigartigen Holzsegelboote im Hafen genauer inspizieren. Mit ein bisschen Glück seht ihr sogar das weltbekannte Schiff Dagmar Aaen des Polarforscher Arved Fuchs, welches hier seinen Heimathafen hat.

Nach dem kulinarischen Start in das Wochenende steht ein Hafenspaziergang rund um die Förde an. Im Herzen von Flensburg, wie Isa die Gegend nennt, könnt ihr viele bunte, historische Häuser in den verwinkelten Gassen entdecken. Um die Hafenspitze herumgelaufen, gelangt ihr zum Ostufer, welches ein beliebter Treffpunkt der Flensburger*innen im Sommer ist. Hier könnt ihr wunderbar den Sonnenuntergang genießen.

Die Dagmar Aeen vom Polarforscher Arved Fuchs wurde im Jahr 1931 gebaut. (Foto: Ptra / Pixabay)

Für das Abendessen wartet eine ganz besondere Location auf euch: Das Restaurant Le Camping. Hier gibt es jede Woche nur ein Menü, das mit viel Liebe zusammengestellt wird. Das Restaurant ist recht klein und hat auch nur freitags und samstags geöffnet. Essen gibt es abends immer in zwei Runden, ihr solltet also auf jeden Fall vorab reservieren, um einen Platz zu bekommen. Die Menüs sind meist französisch angehaucht und werden von wunderbaren Weinen und Aperitifs begleitet.

Nach dem hervorragenden Abendessen geht es weiter in das Porticus. In der geselligen Studentenkneipe könnt ihr bis früh morgens Bier trinken und ein bisschen mit den Flensburger*innen in Kontakt kommen.

Ein Hafenspaziergang ist der perfekte Start in den ersten Tag. (Foto: Ptra / Pixabay)

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Samstag

Für einen vitalen Start in den zweiten Tag des Wochenendes in Flensburg, empfiehlt euch Isa das Café Fresh INN. Hier gibt es köstliche Säfte, frische Smoothies und leichte vegetarische und vegane Speisen.

Nach der morgendlichen Stärkung geht es weiter die Highlights in der Stadt erkunden. Die erste Station, die euch Isa empfiehlt, ist die Rote Straße. Hier warten viele kleine inhabergeführte Geschäfte auf euch – von Modeboutiquen über skandinavische Interior-Läden bis hin zu Süßwarengeschäften. Isa legt euch ans Herz immer mal wieder auch in die Hinterhöfe zu gehen, weil es dort einiges zu entdecken gibt – beispielsweise das Braasch Rum-Museum, in dem ihr alles über die Flensburger Rumgeschichte lernen könnt.

Der Sonnenuntergang über Flensburg. (Foto: Clemens Schmidt)

Anschließend geht es weiter in die Norder Straße, die sich in den letzten Jahren zu einer hippen Ecke Flensburgs entwickelt hat. Ihr findet hier neben Ateliers und Eisdielen auch das Café Isa. In der Norder Straße gibt es einige einzigartige Dinge zu entdecken: Ein echter Hingucker sind beispielsweise etliche Schuhe, die an Leinen über der Straße hängen. Diese Art der Straßenkunst wird auch „Shoefiti“ genannt, einer Wortneuschöpfung aus den englischen Begriffen "shoe" und "graffiti". So richtig weiß niemand, wer damit angefangen hat seine Schuhe über die Leinen zu werfen, weshalb sich über die hängenden Treter auch viele Mythen entwickelt haben. Eine andere Besonderheit in der Straße sind mehrere Katzen, die an die Wände gemalt wurden. Die Identität der Streetart-Künstlerin ist geheim. Einzig und allein die Initialen „N.M“ sind bekannt.

Eine Ecke, die ihr ebenfalls unbedingt gesehen haben müsst, ist der Oluf-Samson-Gang, der direkt von der Norder Straße zum Hafen führt. Isa liebt diese kleine malerische Gasse, mit ihrem einzigartigen Flair. Fun Fact: Hier befand sich einst das Flensburger Rotlichtviertel.

Abends empfiehlt euch Isa in der Hafenküche einzukehren. Das Restaurant befindet sich im Seemannsheim – Ihr habt es nach dem rustikalen Essen also nicht mehr weit zu eurem Hotel. Wenn ihr allerdings doch noch Lust habt etwas zu unternehmen, könnt ihr dem Orpheus Theater einen Besuch abstatten. Das kleine Theater mit einem umwerfenden Ambiente bietet ein abwechslungsreiches und künstlerisches Programm.

Das Shoefiti in der Norder Straße. (Foto: Ptra / Pixabay)

Sonntag

Der letzte Tag in Flensburg beginnt mit einem Frühstück an einem ganz besonderen Ort: dem Marien-Café. Das gemütliche Café direkt am Hafen, wird auch Café der 1000 Kannen genannt, weil im ganzen Laden verteilt Kannen unterschiedlicher Art stehen und hängen. Die ideale Location für einen gemütlichen Start in den Sonntag.

Zum Abschluss des Wochenendes in Flensburg empfiehlt euch Isa noch eine Dampfrundfahrt auf dem historischen Salondampfer Alexandra. Das Schiff wurde im Jahr 1908 gebaut und ist ein echtes Unikat. Ihr könnt entweder nach Langballigau fahren und dort ein bisschen Zeit am Strand verbringen oder einfach eine Rundfahrt machen. Die Fahrt mit dem Dampfer ist der perfekte Abschluss für das Wochenende im hohen Norden.

Eine Rundfahrt mit dem historischen Salondampfer Alexandra rundet den Wochenendtrip ab. (Foto: Clemens Schmidt)

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